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Sommerlager 2013: Hessen

In diesem Sommer sind wir, die Pfadfinder, wieder auf das große Sommerlager mit anderen Stämmen der Ringpfadfinder gefahren. Dieses Jahr führte uns unser Weg an das altertümliche Wasserschloss Wülmersen im Norden Hessens, welches perfekt zu unserem Thema, dem Mittelalter, passte. An drei Tagen sind wir angefahren, zuerst die Mitarbeiter zum Vorkommando, bei dem die Grundlage des Lagers gebildet wird.

Das heißt wichtige Basisaufbauten errichten, das eigene Dorf planen und erste Jurten und vielleicht auch Kohten aufbauen. Am Sonntag startete dann die Sippentour, zu der dann auch die schon größeren Sipplinge anreisten. Nach zwei Nächten außerhalb des Lagers kamen alle dann von der Sippentour zurück und begrüßten dann Mittwoch, am nächsten Nachmittag, die kleinen Wölflinge, die mit großer Vorfreude die lange Anreise überstanden hatten.

Abends wurde dann mit allen zusammen das Lager offiziell eröffnet, mit dem traditionellem Hissen der Flaggen und wichtigen Ansagen. Dieses Jahr hatten wir erstmals eine große Glocke für unser Lager, die bei diversen Programmpunkten als Signal dafür genutzt wurde. Die Glocke war eine echte Bereicherung, denn man hörte sie stets auf dem gesamten Areal.

Die Joldelunder Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf dem Sommerlager
Die Joldelunder Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf dem Sommerlager.

Donnerstag hielten wir dann morgens den ersten Gottesdienst ab und daraufhin hatten die Kinder das erste Mal die Möglichkeit, auf vielfältige Weise ein breites Angebot an handwerklichen Produktionsgängen zu entdecken, so konnten sie zum Beispiel aus Rohwolle Wolle spinnen, welche vorher kardiert werden musste, oder sie wagten sich zum Schmiedenan den Amboss.Andere Möglichkeiten, etwas selbst zu produzieren, waren das Kerzenziehen, Schmuck selbst herzustellen oder das Räuchern von Forellen.

Die Kinder konnten in einer großen Angebotsvielfalt erleben und nachvollziehen, was es heißt, alltäglich benötigte Dinge selbst zu erarbeiten. Die Joldelunder boten eine Seilproduktion an und eine Lederwerkstatt. Alle Produkte durften die Kinder sammeln und wahlweise mit nach Hause nehmen.

Diese Programmpunkte, in denen die Kinder basteln und werken konnten, fanden fast jeden Tag statt und waren unter den Begriff der Zünfte gefasst. Donnerstag Abend fand dann auch der erste Teil des Theaters statt und dieses Jahr wurde jeden Tag, an dem Theater war, ein anderes Märchen schauspielerisch dargestellt. Freitag fand abends der Abend der Begegnung statt, bei dem jeder Stamm ein Gericht zubereitet und dann jeder in die anderen Dörfer gehen kann, um dort diverse, teilweise außergewöhnliche Köstlichkeiten zu probieren, und da wir uns dieses Jahr nicht mehr an unseren schon oft versuchten Schokopudding getraut haben, boten wir dieses Mal Milchreis an, der im Gegensatz zum Schokopudding gut wurde, aber leider angebrannt ist.

An diesem Abend kam Merle überraschend zu Besuch, um übers Wochenende bei uns zu bleiben. Am Samstag wurde dann nach einem Marsch der zweite Gottesdienst mit Taufe in der örtlichen Kirche bei schöner Atmosphäre abgehalten. Durch das große Aufgebot an joldelunder Bläsern wird jedes Jahr wieder ein stattlicher Posaunenchor ermöglicht, der in Gottesdiensten oder anderen Programmpunkten neben dem im Lager aufgebauten Chor sowie den singenden Pfadfindern für die musikalische Unterhaltung sorgt.

Sonntag war es Zeit für die Lagerolympiade, wo jeder seine Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte. Auf dem Lager gab es mehrere Wettkämpfe, wie auch das Geländespiel, bei dem es darum ging, in zwei großen Teams Ressourcen zu sammeln und daraus den Bauplan einer Kirche zu erfüllen. Bei solchen Wettkämpfen konnte man Münzen gewinnen, die am bunten Nachmittag, der dieses Jahr als Markttag mit vielen Angeboten gestaltet wurde, gegen viele interessante Dinge eingetauscht werden konnten.

Das Geländespiel erstreckte sich über zwei Tage und fand in einem entlegenen Waldstück statt, das heißt, man musste einmal knapp anderthalb Stunden bei mittlerer Geschwindigkeit vor dem Spiel zum Spielgebiet hinwandern und nach dem Spiel wieder zurück, und das an beiden Tagen. Nach dem Geländespiel, am Mittwoch der zweiten Woche, fand der Singewettstreit statt, bei dem viele ihr gesangliches Talent unter Beweis stellen wollten.

Am bunten Nachmittag trug dann auch Joldelund zur Unterhaltung mit der gesanglichen und schauspielerischen Ausschmückung des Märchens „Hänsel und Gretel“ bei. Robin spielte hierbei ganz souverän die Hexe und die anderen Rollen waren auch lustig inszeniert, auch weil weibliche Rollen von Jungen und männliche von Mädchen gespielt wurden. Am zweitletzten Tag, dem Donnerstag, fand die traditionelle Tschaikochmeisterschaft statt, bei der jeder Stamm seinen Tschai kocht und der Jury zum testen gibt.

Renee und Tia haben uns Joldelunder in der Jury vertreten. Samstag fuhren dann die Kinder nach Hause und die Mitarbeiter blieben noch bis Sonntag, um den Rest abzubauen und mit den LKW‘s nach Henstedt-Ulzburg zu schicken. Als dann schließlich alle wieder zu Hause waren kehrte Ruhe ein und man kann abschließend sagen, dass es ein schönes und komplex ausgearbeitetes Lager war, jedoch dadurch für die Mitarbeiter auch sehr anstrengend war.

Unsere Zeit in Wülmersen werden wir lange in Erinnerung behalten und uns mit riesiger Vorfreude auf das nächste Jahr vorbereiten, wenn es wieder nach Schweden geht. Mittlerweile kann man sagen, dass unser Stamm eine gut ausgearbeitete Struktur hat und über eine ausgereifte Materialienvielfalt verfügt. Als nächstes steht nun unser Herbstlager auf Südermoor an, bei dem wir möglicherweise wieder die Regentauglichkeit unserer Materialien sowie uns selbst testen können, aber natürlich erhoffen wir uns alle dafür wunderschönes Wetter, denn wir sind eben auch nur normale Menschen die es lieber auch trocken mögen.