Sommerlager 2015: Dänemark
Vielleicht erinnert sich der Ein oder Andere noch daran, als wir mit den Pfadfindern in England gewesen sind. Das war einmal 2009 und ein zweites Mal 2011, und dieses Jahr haben unsere englischen Freunde es geschafft, uns zu besuchen. Organisatorisch am einfachsten ist es für uns in Dänemark nahe zum Flughafen in Billund geworden, dazu haben wir uns einen wunderschönen Platz kurz über Kolding auf einer Halbinsel in der Förde gesucht.

So stand zwei aufregenden Wochen eigentlich nichts mehr im Wege. Mit der Vorhut sind wir Freitag angereist und sind zuallererst extrem negativ von den ganzen Mücken überrascht gewesen, was im Laufe der Tage aber erträglicher geworden ist. Zudem lief an dem Abend dann noch so einiges schief, die ersten Autos haben die Seitenstangen vergessen und dann improvisiert, Patrick und ich haben diese dann mitgebracht, als es schon fast dunkel wurde.
Um Mitternacht herum haben wir Abendbrot gegessen, und irgendwann nach ein - zwei Wassereinbrüchen während eines Gewitters haben wir unseren Schlaf gefunden. Nachdem 13 englische Scouts und unsere Sipplinge zwei Tage später angekommen sind, haben wir einen aufregenden Haijk erlebt mit Kanu fahren bei Wellengang auf der Förde, Auflaufen auf einer Sandbank, Klönschnack im Yachthafen mit deutschen Seglern und Schlafen an einem Waldweg mit Zelt, leckerem Eintopf, einer öffentlichen Bank mit Blick auf die abendliche Skyline von Kolding bei Lagerfeuer und teils selbst erfundenen Geschichten.
Schon am zweiten Tag waren die Wellen so stark, dass es kaum möglich war, gegenzuhalten. So wanderten wir weiter und trafen auch die anderen Gruppen an einem Strand, bei denen auch Engländer bunt mit eingemischt waren. Alle lernten sich schnell kennen und mögen und die Engländer waren begeistert davon, unsere Kothen aufzubauen und darin zu schlafen.
Sei es, an den Häusern zu klingeln und um Wasser zu fragen oder aber auch der Mann im Eisladen, der uns ganz viel Eis gemacht hat. Der Kontakt zu Einheimischen ist immer wieder aufs neue aufregend und prägt die drei Tage Haijk auf seine Weise. Erschöpft aber zufrieden kamen wir zeitgleich mit den Wölflingen wieder im Lager an, wo dieses Jahr aufgrund der geringen Entfernung nach Hause auch die kleinsten mitgekommen waren.
Viele sind an ihre Grenzen gekommen und haben viele Werte mit nach Hause nehmen können. Jeder ist mal in der Verantwortung gewesen, damit es auf dem Platz geordnet zugehen konnte bei immerhin über 50 Teilnehmern. Das Getrubel auf dem Platz war Sorge und Segen zugleich.
Schnell hat man den Überblick verloren und hat ständig geackert, damit alle beschäftigt und zufrieden sind. Genau das war der Segen, zu sehen, wie sich alle freuen über das Geländespiel, gemeinsames Theatervorführungen, Posaunenchor oder der Gitarre oder aber auch bei fast selbstverständlicher Sachen wie einem reichlichen und lecker gekochten Gericht am Abend oder einem Pflaster von Maren, wenn man sich weh getan hat.
An alle Mitarbeiter und Sippen- sowie Rudelleiter an dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön für die hochwertige Arbeit. Die Zeit, in der die englischen Pfadfinder bei uns waren, haben alle sehr genossen. Um so größer der Abschiedsschmerz am Tag ihrer Abreise.
Vier Tage vor Ende des Lagers sind sie nämlich schon an einem Samstag abgereist und zurück nach England geflogen. Viele Kinder haben ihren englischen Sprachschatz enorm vergrößert, andersherum werden die Engländer auch noch länger so einige Insider auf Deutsch in ihrer Heimat erzählen. Von den Kindern gab es nur positive Rückmeldung von „Die Engländer sind „voll cool“ über „Das ist ja gar nicht so wie in der Schule mit dem Englisch sprechen hier“ bis zu einem traurigen „Ich werde die Engländer alle ganz doll vermissen!“, als sie dann abgereist waren.
Die Tage nach ihrer Abreise sind aber auch für uns noch mal gut gewesen, um unsere Gruppe in sich zu festigen. Auch wenn es sehr viel ruhiger auf dem Platz geworden ist die letzten Tage, war auch dies eine sehr schöne Zeit, die ihren Platz in unserer Erinnerung verdient hat. An einem Abend in der Mitte des Lagers haben wir mit Steve und Nathan, den englischen Leitern, erste Ideen gesammelt zu einem Sommerlager in England oder Schottland mit der Gruppe nächstes oder übernächstes Jahr, woraus mittlerweile reelle Pläne und Gedanken geworden sind.
Das alles ist aber vorerst noch Zukunftsmusik und vor uns liegt erst einmal ein neues Jahr mit neuen Kindern, neuen Strukturen, neuen Herausforderungen neuen Erfahrungen und neuen Erinnerungen, die man uns nie mehr nehmen kann. Denn was wir erleben, vergisst man sein Leben lang nicht mehr. Ein Schatz von unermesslichem Wert, den wir lieben, den Kindern zu schenken.